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Lindiane in der Regenzeit

Lindiane, ein dicht bewohntes Randgebiet von Ziguinchor, ist in dieser Regezeit von Rest der Stadt abgetrennt, und dies auch wegen der Weigerung der Taxifahrer, diese Stadtzone zu bedienen, die jetzt einem Reisfeld gleicht, wie ein Reporter der APS feststellte.
In diesem Stadtviertel der Hauptstadt Südsenegals mit dem Auto zu fahren, ist schwierig, ja unmöglich in einigen Bereichen wegen der Wasserstaus. Nur die Straße an der Nema-Apothele ist geteert, aber diejenigen im Inneren des Viertels sind sandig und holprig. Das Wasser staut sich dort ständig während der gesamten Regenzeit. Und schlimmer noch, die Haushaltsabfälle finden sich überall und bilden unschöne Verzierungen.
Diese heikle Situation, in die das Viertel jedesMal in der Regenzeit stürzt, lässt die Taxichauffeure die Preise erhöhen oder sich gar ganz weigern, dort hinzufahren.

Sie ziehen es vor, auf der geteerten Straße zu fahren, die von der Nema-Apotheke bis zum Kontrollpunkt an der Straße Ziguinchor - Cap Skirring das Viertel durchquert. Diese Strecke nehmen auch die neuen Tata-Busse, die im letzten März im Rahmen der Modernisierung des Stadtverkehrs in den Regional-Haupstädten in Dienst gestellt wurden. Nur die Motorrad-Taxis, die Jakartas, fahren in das Viertel. Einige von ihnen profitieren von der Situation, indem sie die Preise erhöhen, die sonst bei 300 CFA pro Fahrt lagen.

Aicha Sow, Einwohnerin des Stadtteils, ist verärgert und erklärt, dass "einige Taxifahrer schon das Wort 'Lindiane' in der Regenzeit nicht hören wollen. Es kommt vor, dass wir uns sogar mit den Taxifahrern streiten, die sich weigern, uns bis zum Haus zu bringen", gesteht sie APS. "Wir gelangen nicht ins Innere des Viertels. Die Straßen sind unpassierbar in der Regenzeit. Die Taxis und die Tata-Busse fahren nur auf der geteerten Hauptstraße", sagt sie.
"Wir sind gezwungen, auf Kaleschen oder Motorräder zu steigen, um mit unserem Gepäck bis zur geteerten Straße zu gelangen. Und dabei sind wir allen möglichen Gefahren ausgesetzt", beklagt sie sich.

Matar Coly, ein Taxichauffeur, erklärt die Weigerung, ins Innere des Viertels zu fahren, mit der Sorge um den Erhalt des Arbeitsmittels. Er meint, "die Nebenstraßen entsprechen nicht den Regeln. Sie sind total uneben und das Wasser steht dort jedes Mal, wenn es regnet. Meine Sorge ist es, das Fahrzeug vor diesem Stauwasser zu schützen. Wenn da eine Panne passiert, muss ich einen Mechaniker rufen. Und der Fahrpreis von 500 CFA kann nicht die Reparaturkosten abdecken", fährt er fort.
Daouda, ein junger Jakartafahrer, bläst ins gleiche Horn und erwähnt die Unpassierbarkeit der Straßen während der Regenzeit. "Wir gehen ein hohes Risiko ein, wenn wir die Fahrgäste bis ins Innere des Viertels mitnehmen. Die Straßen sind in einem beklagenswerten Zustand. Bei dem Wasser auf den Straßen sind wir Unfällen ausgesetzt", sagt er.

Source: APS

Posté le 9 août 2015 par casamancenews: http://casamancenews.com/ziguinchor-lyndiane-un-quartier-otage-des-eaux-de-pluie

 

Der obige Artikel beschreibt bei Weitem nicht die reale Situation in Lindiane während der Regenzeit. Das Regenwasser hat mit den Jahren tiefen Gräben im Viertel geschaffen, über die nur an der geteerten Hauptstraße zwei Brücken führen, welche dem Viertel hier den Zusatznamen "entre les deux ponts" gegeben haben. Das mehr als metertief verlaufende Wasser unterspült angrenzende Hauswände und teils die Kloaken, sodass der Inhalt vieler häuslicher Toiletten nach draußen und in die Gräben gelangt. Innerhalb des Viertels entstehen so teilweise schwer zugängliche Enklaven. Das Wasser zahlreicher Brunnen ist in dieser Zeit verseucht, die Zahl der Krankheiten, vor allem der Magen-Darm-Erkrankungen, steigt enorm. Die im Artikel erwähnten "unschönen Verzierungen" sind ein Euphemismus, da viele Bereiche des Viertels einfach total verdreckt sind und die hochgeschwemmten Fäkalien und andere Abfälle ganz schlimm stinken. Natürlich sind die offenen Süßwasserbereiche ideale Brutstätten für die Anopheles-Mücke, die Malaria-Überträgerin.
Es gibt immer wieder Proteste gegen diese gesundheitsgefährdenden Zustände im Viertel Lindiane, doch bislang sind sie folgenlos geblieben. In anderen Vierteln sind die Straßen gepflastert oder geebnet sowie betonierte Gräben geschaffen worden, die zur Abwasser- und Abfallsammlung dienen und die Gefahren und Beeinträchtigungen wenigstens etwas eindämmen.

 

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